BRUCKNER ORCHESTER LINZ
ORCHESTERKONZERT
François Leleux, Dirigent
Liya Petrova, Violine
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Ouvertüre zu Fidelio
Konzert für Violine und Orchester in D-Dur op. 61
Sinfonie Nr. 3 in Es-Dur op. 55 „Eroica“
Die 3. Sinfonie von Ludwig van Beethoven kann zumindest auf zwei Ebenen als „Nachklang“ gehört werden. Da wäre die metaphorische Ebene rund um den Nachklang von Beethovens Begeisterung für Napoleon Bonaparte in seiner Musik zu nennen. Die musikhistorische Forschung konnte zeigen, dass Beethoven mit der Widmung an Napoleon weniger ideologische als vielmehr marketingstrategische Ziele in der Vorbereitung einer Parisreise verfolgte. Beethoven wollte Wien den Rücken kehren, weil er sich in Paris mehr Erfolg erhoffte – die Reise nach Paris kam aber in diesen politisch instabilen Zeiten nie zustande. Als der Wiener Mäzen Fürst Lobkowitz bereit war, für die Widmung dieser Sinfonie an ihn die stattliche Summe von 80 Golddukaten an Beethoven zu zahlen, war guter Rat teuer: „[Beethoven] löste das Problem durch eine Art ‚Marketing-Mix‘: Die neue Sinfonie wurde Lobkowitz gewidmet, erhielt aber den Titel ‚Bonaparte‘.“ schreibt der Beethoven-Biograf Jan Caeyers in seiner 2012 erschienenen Biografie.
Auf dem Exemplar, das Beethoven seinem Verleger Breitkopf & Härtel nach Leipzig schickte, mit der Bitte, das Werk unter Vertrag zu nehmen, kratzte er den Namen Bonaparte aus – dieses Blatt trägt seit dieser Zeit das berühmte Loch.
In der Erstausgabe 1806 findet sich folgender Wortlaut des Titels: „Sinfonia eroica, composta per festeggiare il sovvenire di un grand Uomo“ (Heroische Sinfonie, komponiert, um an das Andenken eines großen Mannes zu erinnern).
Die zweite Nachklang-Ebene ist eine rein musikalische Ebene im Sinne von Friedrich Nietzsche, der über die Musik Ludwig van Beethovens schrieb: „Es ist Musik über Musik“.
Beethoven komponierte 1801 das Ballett „Die Geschöpfe des Prometheus“. Ein musikalisches Thema dieses Balletts findet sich im Finale der 3. Sinfonie (1803/04) wieder.
Dass auch dieses Ballett eine inhaltliche Verknüpfung zu Napoleon aufweist, ist insofern belegt, als sich dieses Ballett auf das Werk „Il Prometeo“ des Dichters Vinceno Monti bezieht, der sein Werk Napoleon widmete.
Als „Missing-Link“ zwischen diesen beiden Werken können die Eroica-Variationen für Klavier op. 35 aus dem Jahr 1802 gehört werden, die musikalisch ebenfalls mit diesem Thema verknüpft sind.
Empfehlung: Wenn Sie dem Nachklang Beethovenscher Musik in der Gegenwart lauschen wollen, besuchen Sie das Konzert vom KLENKE QUARTETT am 21. Mai 2027.
STADTTHEATER GREIF
So., 17. Jänner 2027, 18:00 Uhr
Konzerteinführung: 17:30 Uhr im Konzertsaal