WÜRTTEMBERGISCHE PHILHARMONIE REUTLINGEN

ORCHESTERKONZERT

 

Georg Köhler, Leitung

Alban Gerhardt, Violoncello

 

Gabriel Fauré (1845-1924)

Suite aus der Schauspielmusik „Pelléas et Mélisande“ op. 80

 

Henri Dutilleux (1916-2013)

„Tout un monde lointain ...“ für Violoncello und Orchester

 

Helmut Schmidinger (*1969)

 „22 Kreuzer für haidn und mich chokolade“ (2026) (Österreichische Erstaufführung)

 

Ludwig van Beethoven (1770-1827)

Sinfonie Nr. 1 in C-Dur op. 21

 

Ein Abend voller Nachklänge. „Tout un monde lointain ...” („Eine ganz weit entfernte Welt …“), der Titel des Konzertes für Violoncello und Orchester aus der Feder des französischen Komponisten Henri Dutilleux, verweist auf den in Musik gegossenen Nachklang des zur Zeit der Komposition gut 100 Jahre alten Gedichtzyklus „Fleurs du mal“ („Blumen des Bösen“) von Charles Baudelaire. Diesem Gedichtzyklus sind auch die Titel der einzelnen Sätze entnommen, die nahtlos ineinander übergehen.

Die Musik lässt die Aura und die Stimmung dieser Verse nachklingen, ohne dass sie dabei zur Programmmusik wird und eine Geschichte erzählt. Für das Programmheft der von Paul Sacher dirigierten Pariser Erstaufführung am 30. November 1971 im Théâtre des Champs-Élysées schrieb der renommierte Musikwissenschaftler Claude Rostand: „Henri Dutilleux betont, dass Baudelaire trotz dieses Bezugs nur zwischen den Zeilen aufscheinen darf: Es handelt sich nicht darum, dieses oder jenes Gedicht zu illustrieren, sondern um den Versuch, durch die Musik einige ihrer geheimsten Obertöne wachzurufen.“

Gabriel Fauré hat aus seiner 1898 komponierten Schauspielmusik „Pelléas et Mélisande“ zum gleichnamigen Theaterstück von Maurice Maeterlincks eine Suite für Orchester zusammengestellt. Später haben sich auch Komponisten wie Claude Debussy, Arnold Schönberg und Jean Sibelius von diesem Stoff zu Kompositionen inspirieren lassen.

Während sich Henri Dutilleux von Gedichten und Gabriel Fauré von einem Schauspiel inspirieren ließ, diente mir das Jugendtagebuch von Ludwig van Beethoven, das in zeitlicher Nachbarschaft zur 1. Sinfonie entstanden ist, als Inspirationsquelle meines neuen Orchesterstücks, dessen österreichische Erstaufführung an diesem Abend zu hören ist. Ein Charakteristikum dieses Jugendtagebuches ist Beethovens Akribie, sein Leben durch das Führen eines Haushaltstagebuchs ausgabenseitig unter Kontrolle zu halten. Der Werktitel „22 Kreuzer für haidn und mich chokolade“ ist eine solche Eintragung, die Beethovens Einladung an seinen zukünftigen Lehrer Joseph Haydn auf eine Schokolade dokumentiert

 

STADTTHEATER GREIF

Di., 10. November 2026, 19:30 Uhr

Konzerteinführung: 19:00 Uhr im Konzertsaal