Haydnphilharmonie

 

Leitung und Solist   Nicolas Altstaedt, Violoncello

Solistin                      Vilde Frang, Violine

                         

 

Johannes Brahms (1833-1897)

Haydn-Variationen op. 56a

Johannes Brahms

Konzert für Violine, Violoncello und Orchester in a-Moll op. 102

Joseph Haydn (1732-1809)

Sinfonie Nr. 101 in D-Dur Hob. I:101

„Die Uhr“

 

Joseph Haydns Sinfonie Nr. 101 mit dem Beinamen „Die Uhr“, der – wie so viele Beinamen in der Musikgeschichte – nicht vom Komponisten selbst stammt, ist eine der zwölf berühmten Londoner Sinfonien des Meisters. Im Zuge der Vorbereitungen zu Haydns erster Londonreise ist es nach einem Bericht seines Biographen Albert Christoph Dies zu folgendem Wortwechsel gekommen, der bis heute bei keiner Diskussion über die Analogie von Musik und Sprache fehlen darf. Wolfgang Amadeus Mozart soll Haydn mit den Worten: „Papa! Sie haben keine Erziehung für die große Welt gehabt und sprechen zu wenige Sprachen“ vor den Strapazen einer Englandreise gewarnt haben. Haydn hat darauf mit dem vielfach zitierten Satz: „Oh! Meine Sprache verstehet man durch die ganze Welt“ geantwortet. Hier spielt Haydn bereits mit der Doppeldeutigkeit von „Sprache“: Während Mozart eindeutig die Wortsprache meint, bezieht Haydn sein Verständnis von Musik als seine Sprache in die Antwort mit ein. Und damit sollte Haydn wohl Recht behalten. Seine Musik vereint die Kunst des Kontrapunkts mit scheinbar einfacher Melodiebildung – immer gepaart mit einer Portion intelligentem Humor: Eine Sprache, die seit Jahrhunderten viele Menschen immer wieder aufs Neue anspricht.

Johannes Brahms greift in seinem Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester mit der Bezeichnung „in modo d’un recitativo“ in der Kadenz für das Solo-Violoncello zu Beginn des I. Satzes ebenfalls auf ein Element zurück, das seinen Ursprung in der Verbindung von Musik und Sprache hat: Das Rezitativ. Das ist ein Gesang, der dem Sprechen ähnlich ist und dem Sänger in der Interpretation einen größeren gestalterischen Freiraum als z. B. in einer Arie einräumt. Dieses Modell wird im Laufe der Zeit in die Instrumentalmusik übernommen, um dem Instrumentalisten diese Art von Gestaltungsfreiraum zu geben und auf das Sprechende in der Musik hinzuweisen. Da Johannes Brahms aber offensichtlich die Erfahrung gemacht hat, dass Instrumentalisten vor allem in einem Solokonzert diese Einladung zum Gestaltungsfreiraum gerne über Gebühr ausleben, hat er hier einschränkend ergänzt: „ma sempre in tempo“ – „aber immer im Tempo“.

 

STADTTHEATER WELS DO. 18. OKT. 2018 19:30 UHR

KONZERTEINFÜHRUNG UM 19:00 UHR IM KONZERTSAAL

KARTENVORVERKAUF AB MO. 13. AUG. 2018

 

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